Umgang mit Coronafällen an der Schule am See

Liebe Eltern,

über Ihre Kinder haben Sie sicherlich schon erfahren, dass die Schule am See ereignisreiche Tage hinter sich hat. Als Schulleitung ist es uns besonders wichtig, Sie offen und ehrlich über die Vorfälle zu informieren, was wir mit diesem Elternbrief bewirken  möchten.

In Hamburg liegt die gesamte Entscheidungsgewalt zum Umgang mit einem Coronafall an Schulen in der Hand des Gesundheitsamts. Wir als Schule dürfen keine eigenen Maßnahmen beschließen und sind in solchen Fällen auf die Anweisungen des Gesundheitsamtes angewiesen. Das ist auch der Grund, warum Sie erst heute über die Vorfälle informiert werden, denn bis gestern waren die Fälle offiziell noch nicht abgeschlossen. Es ist ganz wichtig, dass in diesen Situationen keine Halbwahrheiten in die Welt gesetzt werden, um unnötige Panik in der Eltern- und Schülerschaft zu vermeiden.

Am vergangenen Freitag wurde uns mitgeteilt, dass die Eltern eines Schülers aus Jahrgang 8 positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Der Schüler wurde bereits am Donnerstagabend mit seinen Eltern in häusliche Quarantäne geschickt. Da er selbst keine Symptome zeigte, wurden keine weiteren Maßnahmen verhängt, da das Gesundheitsamt davon ausging, dass er in diesem Zustand keine Mitschüler infiziert haben kann. Das ist ein derzeit üblicher Vorgang.

Leider hat der Schüler über das Wochenende doch Symptome entwickelt und wurde ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet. Nachdem wir am Montag gegen Mittag informiert wurden, haben wir den Fall umgehend beim Gesundheitsamt gemeldet. Die betroffene Klasse wurde sofort aus der Jahrgangskohorte genommen und zunächst nur im eigenen Klassenraum beschult. Vom Gesundheitsamt wurden dann die Kontakte des Schülers mit seinen Mitschülern und Lehrern geprüft, was sehr zeitaufwändig ist. Hierbei ist entscheidend, ob der Abstand von 1,5m eingehalten und ob ein Mund- und Nasenschutz getragen wurde. Leider kam bei der Nachverfolgung heraus, dass die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse sich in den Pausen nicht ausreichend an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten haben und so wurde die gesamte Klasse am Dienstag als Sicherheitsmaßnahme für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt. Bis heute hat kein weiterer Schüler der Klasse Symptome entwickelt, die auf eine Infektion hinweisen.

Am selben Tag erreichte uns dann  gegen Mittag die Nachricht, dass auch ein Lehrer der Schule am See positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die betroffene Lehrkraft war ebenfalls bereits seit dem Wochenende nicht mehr im Dienst. Auch hier wurde umgehend das Gesundheitsamt verständigt und die Kontaktverfolgung startete. Glücklicherweise wurden in diesem Fall die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Es mussten lediglich sieben Schülerinnen und Schüler als Sicherheitsmaßnahme in häusliche Quarantäne geschickt werden, da sie in den betroffenen Klassen in der ersten Reihe sitzen und im Klassenraum bislang kein Mund- und Nasenschutz getragen werden muss. 

Das Gesundheitsamt hat uns bei der Bearbeitung der Fälle versichert, dass Jugendliche das Virus wesentlich seltener weitergeben als Erwachsene. Bei allen Coronafällen in Hamburger Schulen erfolgte die Infektion nicht unter den Schülern im Schulgebäude, sondern meist im Elternhaus. Wir hoffen daher, dass ihre durchaus berechtigten Sorgen und Ängste mit diesem Schreiben ein wenig gelindert werden können. Wir würden und werden ihre Kindern niemals in die Schule bestellen, wenn eine akute Gefahr besteht. Die Sicherheit der gesamten Schulgemeinschaft steht bei uns stets im Vordergrund.

Ehrlicherweise müssen wir aber auch davon ausgehen, dass dies nicht die einzigen Coronafälle an der Schule am See bleiben werden. Sollte es zu einem weiteren Fall kommen, bitten wir Sie schon jetzt um ihr Verständnis, dass wir auch dann die Situation erst abschließend analysieren und bewerten lassen müssen, bevor eine Info an Sie herausgeht.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

Eike Karsten    
Schulleiterin